VZ-Netzwerke werden an Medieninvestor verkauft

Berlin (dpa) - Die VZ-Netzwerke, seit langem kriselnde Facebook-Rivalen in Deutschland, werden an einen Medieninvestor verkauft. Die Firma Poolworks, die seit Sommer die drei Netzwerke studiVZ, meinVZ und schuelerVZ betrieb, wurde von der Investmentgesellschaft Vert Capital übernommen.

Der bisherige Besitzer Holtzbrinck Digital behalte die Option, das Portal schuelerVZ zu nutzen, hieß es zunächst ohne nähere Angaben. Vert Capital werde die Plattformen weiterbetreiben und wolle den Funktionsumfang für die Nutzer erweitern, teilte Holtzbrinck Digital am Dienstag mit.

Vor allem StudiVZ war in Deutschland einst stärker als Facebook, doch der weltweite Marktführer übernahm inzwischen auch hier die klare Führung. Die Nutzerzahlen von StudiVZ sind trotz aller Anstrengungen schon seit einigen Jahren im Sinkflug.

Bei dem Zusammenschluss unter dem Dach von Poolworks wurden bereits 25 von 70 Stellen abgebaut. Zudem wurde die Techniksparte als Technologie-Center Devbliss ausgegründet. Es werde als Beteiligung von Holtzbrinck Digital für übergreifende Digitalprojekte innerhalb der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ausgebaut, hieß es.

Möglicherweise bahnt sich eine internationale Verknüpfung an: Vert Capital steht nach Informationen von «Werben & Verkaufen» (W&V Online) auch hinter dem Sozialen Netzwerk Bebo.com. Der Internet-Pionier AOL hatte das Online-Netzwerk Bebo einst für rund 850 Millionen Dollar gekauft, im Jahr 2010 aber für deutlich weniger Geld abgestoßen, nur noch von etwa zehn Millionen Dollar war die Rede. Damals war der Finanzinvestor Criterion Capital Partners als neuer Bebo-Besitzer genannt worden.





 Artikelsuche zum
 Themenkomplex
Petition für Netzneutralität nimmt Hürde für den Bundestag

Berlin (dpa) - Mehr als 50 000 Menschen haben eine Petition für ein Gesetz unterzeichnet, das Netzanbieter zur einheitlichen Weiterleitung aller Datenpakete im Internet verpflichten soll.

Streit ums E-Government: Post schreibt an Ministerpräsidenten

Bonn (dpa) - Die Deutsche Post hat die Regierungschefs aller 16 Bundesländer aufgerufen, dem geplanten Gesetz über die Verwaltung im digitalen Zeitalter nicht zuzustimmen.

Analyse: Facebook-Nachahmer VKontakte unter Druck
Moskau (dpa) - Ohne Gerichtsbeschluss können russische Behörden «extremistische» und «pornografische» Internetseiten sperren. Nun traf es - wenn auch nur für kurze Zeit - das beliebteste Soziale Netzwerk VKontakte. Hier verabreden sich auch Kremlgegner zu Protesten.


© DEWEZET.de