Darin erinnern sich bekannte Journalistinnen und Politikerinnen an ihren Berufsstart in den 1980er und frühen 1990er Jahren. Manche Frauen wurden beneidet, viele nicht für vollgenommen, fast alle argwöhnisch von den männlichen Kollegen beobachtet. Auch an sexistischen Anspielungen und Übergriffen fehlte es nicht, die aber fast nie öffentlich wurden. Eher harmlos waren da schon die bieder traditionellen Erwartungen, mit denen Frauen damals konfrontiert wurden. So wurde Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als erste Justizministerin von Journalisten ausgerechnet nach der Pflege ihrer Blumen gefragt. Und Claudia Roth erregte auf dem Bundespresseball Aufsehen, weil sie in weiblicher Begleitung erschein.Ursula Kosser: Hammelsprünge. Sex und Macht in der deutschen Politik. Dumont Verlag, Köln, 256 Seiten, 18,99 Euro, ISBN 978-3-8321-9656-1