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Champagner schlürfender Kapitalist: Friedrich Engels

Berlin (dpa) - Seit der Kapitalismus sich in der Krise befindet, feiert Karl Marx eine überraschende Wiederauferstehung. Seltsamerweise gilt das aber nicht für seinen Mitstreiter und engen Freund Friedrich Engels (1820-1895). Im Gegenteil. Er scheint immer mehr in Vergessenheit zu geraten.

Auch Biografien über ihn sind weitaus spärlicher gesät. Da kommt das neue Buch von Tristram Hunt gerade recht. Der Shootingstar der britischen Historikerzunft bricht eine Lanze für Friedrich Engels. Er zeigt den Unternehmer als eigenständigen, Marx ebenbürtigen Denker. Als Fabrikant kannte Engels zudem den Kapitalismus aus erster Hand und ließ diese praktischen Erfahrungen in die kommunistische Doktrin mit einfließen.

Die Biografie «Friedrich Engels. Der Mann, der den Kommunismus erfand» zeichnet zudem das Porträt eines faszinierenden Charakters. Denn Engels war ein Mann von «grenzenloser Opferbereitschaft», aber auch ein Frauenheld, der an Fuchsjagden teilnahm und ein Champagner schlürfender Kapitalist, der diese Widersprüche mit großer Lässigkeit lebte.

Tristram Hunt: Friedrich Engels. Der Mann, der den Marxismus erfand. Propyläen Verlag, Berlin, 576 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-549-07378-0


 
       
     
     
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