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TÜV testet Spielplätze - drei Viertel mit Mängeln

Köln (dpa) - Fehlender Sand unter Rutschen, Hängenbleiben an Klettergerüsten: Auf Spielplätzen lauern teils erhebliche Gefahren für Kinder, wie der TÜV Rheinland herausgefunden hat. Worauf Eltern achten sollten, erfahren sie hier.

TÜV-Studie zu Kinderspielplätzen Bei einem bundesweiten Test von Spielplätzen hat der TÜV Rheinland bei drei Viertel der untersuchten Plätze Mängel entdeckt. Etwas mehr als die Hälfte der 50 getesteten Spielplätze wiesen sogar derart schwere Missstände auf, dass die Prüfer akuten Handlungsbedarf sahen. Das teilte der TÜV Rheinland am Donnerstag (1. März) in Köln mit. So waren auf mehreren Plätzen die Bodenbeläge an Spielgeräten - etwa Sand vor einer Rutsche oder Gummimatten unter Klettergerüsten - nahezu aufgebraucht, so dass Kinder sich beim Aufprall verletzen könnten, erläuterte TÜV-Sprecher Ralf Diekmann.

Mehrfach fanden die Prüfer auch sogenannte Fangstellen an Geräten - gefährliche Engstellen, an denen die Kinder mit Kopf, Arm oder Fingern hängenbleiben könnten. Ein Beispiel dafür seien Klettertürme, bei denen der Abstand zwischen den Sparren so eng ist, dass zwar der kleine Körper hindurch passe, der Kopf aber nicht. Getestet wurden 50 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Spielplätze in Aachen, Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Die einzelnen Ergebnisse und um welche Spielplätze es sich genau handelt, will der TÜV nicht veröffentlichen, weil es nicht darum gehe, einzelne Kommunen an den Pranger zu stellen.

Der mittlerweile dritte Spielplatz-Test des TÜV-Rheinland habe aber auch gezeigt, dass die Kommunen bei dem Thema sehr aktiv und bemüht seien, betonte der Sprecher. Schlimme Mängel wie verrostete Metallgerüste oder durchgefaulte Holzgeräte, die jeden Moment zusammenbrechen könnten, hätten die Prüfer dieses Mal nicht entdeckt.

Bevor Eltern ihre Kleinen auf einem Spielplatz spielen lassen, sollten sie die Geräte und das Gelände gründlich begutachten. Einige Mängel sind dabei laut Diekmann ganz offensichtlich zu erkennen: «Vandalismus ist leicht sichtbar, zum Beispiel wenn die Mülleimer abgerissen sind.» Weitere Warnsignale seien rostige Metallspielgeräte oder herausstehende Schrauben oder Nägel.

Erwachsene sollten aber nicht nur den Geräten einen prüfenden Blick schenken, sondern auch dem Boden. Ragen dort Steine heraus oder machen die Beläge einen abgenutzten Eindruck, ist Vorsicht angesagt.

In jedem Fall sollten Eltern oder Begleitpersonen Kinder auf Spielplätzen nicht sich selbst überlassen. «Wenn Sie auf den Spielplatz kommen, lassen Sie erst einmal den Blick schweifen. Danach sollte man die Kinder zu den einzelnen Geräten begleiten. Das ist gut investierte Zeit», rät Diekmann. Vor allem bei neuen Spielplätzen oder im Urlaub sollten Eltern aufmerksam sein. Wenn Eltern Schäden entdecken, sollten sie den Betreiber des Spielplatzes informieren. In der Regel befindet sich am Eingang ein Schild mit dessen Telefonnummer. Ist dies nicht der Fall, sollte man sich an die Stadtverwaltung wenden.

Alarmzeichen für ElternEltern sollten sich beim Besuch eines Spielplatzes zunächst davon überzeugen, dass er sicher ist. Der TÜV Rheinland hat einige Alarmzeichen zusammengestellt:

- Findet sich Rost an Metallspielgeräten, sind Holzspielgeräte faulig?

- Weisen die Bodenbeläge unter Spielgeräten Schäden auf oder sind sie stark abgenutzt?

- Stehen an Spielgeräten Schrauben oder Nägel hervor?

- Haben sich Bauteile eines Kletterturms gelöst?

- Ist der Sand mit Hundekot oder Glasscherben verschmutzt?

- Wachsen auf dem Spielplatz Pflanzen mit Blüten oder Beeren, die giftig sein könnten?


 
       
     
     
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