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Dominik Römer schießt den VfL ins Viertelfinale

Fußball: Der Stürmer erzielt beim 5:0 im Bezirkspokal-Derby gegen den Türk. SV Herrenberg vier Tore

Mit einem 5:0 (1:0)-Sieg gegen den Türk. SV Herrenberg hat der Bezirksligist VfL Herrenberg gestern Abend das Viertelfinale im Bezirkspokal erreicht. Vierfacher Torschütze war Dominik Römer. In der nächsten Runde trifft der VfL auf den SV Nufringen.

Bild 10827196 Robert Stadthagen

Das Ergebnis täuscht am Ende darüber hinweg, dass der Türk. SV Herrenberg dem Favoriten das Leben lange richtig schwer machte. Der A-Ligist ging vor allen Dingen in der ersten Halbzeit engagierter als der Gegner zu Werke. "Wir konnten über weite Strecken der Partie gut mithalten", meinte Türk.-SV-Trainer Stephan Senger nach dem Schlusspfiff. "Ich bin zufrieden mit der Mannschaft." Sein Team hatte auch die erste Torchance des Spiels. Nach drei Minuten zog Ufuk Atalay aus rund 20 Metern ab. VfL-Torwart Daniel Ulmer lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Der Treffer fiel keine 60 Sekunden später auf der anderen Seite. Einen blitzschnellen Angriff über die linke Seite schloss Dominik Römer nach einer flachen Hereingabe von Yannick Egeler zum 1:0 für den VfL ab.

Danach tat sich lange nichts. Der Türk. SV war das aktivere Team und gewann viele Zweikämpfe. Allerdings wurden die Bälle im Mittelfeld viel zu leicht wieder verloren. Daraus wieder konnte der VfL Herrenberg kein Kapital schlagen, weil im Spiel nach vorne in Durchgang eins die notwendige Bewegung fehlte. Nach einer symptomatischen Szene in der 23. Minute machte VfL-Trainer Siegfried Werner seinem Unmut mit einem Tritt an die Bande Luft. In Römer und Nevzat Ünal standen nach einem Herrenberger Ballgewinn gleich zwei Spieler im Abseits und waren damit nicht anspielbar. Die beiden Stürmer hatten sich nach dem vorausgegangenen Angriff in der gegnerischen Hälfte eine kurze Auszeit genommen. Damit war die Chance auf einen Konter dahin.

Zwingend torgefährlich wurde es erst wieder in der 40. Minute. Mustafa Gürkan hatte an der Mittellinie den Ball für den Türk. SV erobert und Muhammed Sahingöz steil geschickt. Der lief bis zur Strafraumgrenze und passte den Ball dann flach auf die linke Seite zu Ugur Özgül. Der stand zwar im Abseits, kam aber aufgrund des ausbleibenden Pfiffs von Schiedsrichter Muhamet Dagistanli aus spitzem Winkel zum Abschluss. Wieder musste VfL-Schlussmann Daniel Ulmer in höchster Not retten.

In der Pause richtete Siegfried Werner eindringliche Worte an seine Spieler. "Ich habe ihnen gesagt, dass wir es auch bleiben lassen können, wenn wir keinen Bock haben", erklärte er nach der Partie. Dass seine Mannschaft nach dem kurzfristigen Ausfall der verletzten Dennis Özkan und Matthias Bäuerle sowie des geschäftlich verhinderten Michael Krammer mit den Umstellungen zu kämpfen hatte, konnte der Trainer nachvollziehen. "Aber es hat mich aufgeregt, dass sie keine Lust haben", ärgerte sich Siegfried Werner.

In der zweiten Hälfte legte der VfL Herrenberg dann eine Schippe drauf und schraubte das Resultat kontinuierlich in die Höhe. In der 60. Minute traf Römer per Strafstoß zum 2:0. Der für den verhinderten Stammtorwart Halil Atay eingesprungene Ramazan Usta hatte in dieser Szene Glück, dass er nicht die Rote Karte sah. Ihm rutschte der Ball nach einer abgefangenen Flanke aus den Händen genau vor die Füße von Daniel Wahnsiedler. Der hätte fünf Meter vor dem Tor nur noch einschieben brauchen, wurde aber von Usta mit beiden Händen weggeschoben - eine klassische Notbremse.

Mit dem zweiten Treffer war das Spiel im Prinzip entschieden. "Der hat uns das Genick gebrochen", meinte Stephan Senger. Sechs Minuten später erhöhte Nevzat Ünal auf 3:0. Er bereitete auch den vierten Treffer mit einem starken Solo durch das Mittelfeld vor. Nachdem er zwei Gegenspieler abgeschüttelt hatte, setzte er Römer perfekt in Szene. Der Goalgetter hatte keine Mühe, das 4:0 (73.) zu erzielen. Mit seinem vierten Treffer schraubte Römer das Ergebnis auf 5:0 (80.) und verabschiedete sich direkt danach aus der Partie. Nachdem sich der bereits wegen Ballwegschlagens verwarnte Stürmer verbal mit einem Gegenspieler angelegt hatte, zeigte ihm der Referee die Gelb-Rote Karte. Siegfried Werner hatte Verständnis für seinen vierfachen Torschützen. "Er ist bei fast jedem Zweikampf gehalten worden. Irgendwann muss der Ärger dann auch mal raus."


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