Mühevoller Kampf gegen den Rost und Hangrutsche
Vergänglichkeit und Stillstand werden hier erlebbar. Für neues Leben will der Förderverein Wupperschiene sorgen. Nun sei er ein ganzes Stück weiter.
Radevormwald. Völlig verrostet ist die Dampflokomotive. Als die zuletzt ihren Dampf ins Tal der Wupper rauspustete, wurde hier bestimmt noch mit Reichsmark bezahlt. Tot sehen auch die Waggons aus: ohne Türen, mit zersplitterten Fenstern, Rost und abblätternder Farbe.
Ehemaliger Bahnhof sieht aus
wie ein Eisenbahnfriedhof
Der Bahnhof Dahlhausen wirkt wie ein großer Eisenbahnfriedhof. Vergänglichkeit und Stillstand sind hier erlebbar.
Dass dort wieder Leben einzieht, dafür will der rührige "Förderverein Wupperschiene" sorgen. Und das bedeutet sehr viel Arbeit für die knapp 90 Mitglieder. Schwere Arbeit - wenn man an die abgerutschten Hänge auf den Schienen denkt. Mühevolle Arbeit - angesichts der langwierigen Verhandlungen mit der Immobilenabteilung der Deutschen Bahn.
Auch zermürbende Arbeit? "Nein", sagt jedenfalls Ulrich Grotstollen vom Förderverein, "wir sind jetzt auch wieder ein ganzes Stück weitergekommen." Denn mittlerweile habe man die mündliche Zusage bekommen, das letzte Stück Eisenbahnstrecke zwischen Beyenburg und Oberbarmen-Rauental endlich kaufen zu können.
"Wenn uns dieser Streckenabschnitt endlich gehört, geht es richtig los."
Ulrich Grotstollen
Grotstollen schränkt jedoch ein: "Noch haben wir das nicht schriftlich." Das wäre aber wichtig. Denn ohne die letzten 5,5 Kilometer werden auch die längst zugesagten Fördermittel über 500000 Euro vom Land nicht ausgezahlt.
"Wenn uns dieser Streckenabschnitt endlich gehört, geht es richtig los", erklärt Grotstollen. Dann würde die ganze Strecke restauriert werden.
Damit in Zukunft die Ausflügler aus Wuppertal mit der Museumsbahn anrollen können, um hier Rad zu fahren, das Wülfing-Museum zu besuchen oder aber durchs idyllische Wilhelmstal zu spazieren. Dann komme auch wieder Leben in den Bahnhof Dahlhausen, ist Grotstollen absolut sicher.
Zwei jetzt besonders "hinfällige" Waggons sollen dann aber längst weg sein: "Es gibt einen Interessenten, der sie uns abkaufen und dann selbst restaurieren will."
Und die anderen Loks und Waggons? "Die wollen wir für uns selbst wieder herrichten", sagt Grotstollen. Fast schon fertig sei zum Beispiel die kleine Lok, ein so genannter Lastwagen. Frisch gelb angestrichen könnte sie sofort losrollen.