Devisen: Euro nach Bernanke-Aussagen klar im Plus
NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> hat am Montag nach Äußerungen von
US-Notenbankchef Ben Bernanke deutlich angezogen. Im New Yorker Handel kostete
die Gemeinschaftswährung 1,3337 US-Dollar und damit rund einen Cent mehr als am
Morgen. Vor den Aussagen Bernankes hatte der Euro ein Tagestief bei 1,3190
Dollar erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor
auf 1,3276 (Freitag: 1,3242) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7532
(0,7552) Euro.
Im europäischen Handel hatte der Euro bis zum frühen Nachmittag noch
deutlich unter Druck gestanden. Und das, obwohl das ifo-Geschäftsklima -
Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer - im März zum fünften Mal in Folge
gestiegen war. Deutlichen Schub erhielt der Euro anschließend jedoch aus den
USA. Dort hatte Fed-Chef Ben Bernanke mit Hinweis auf die fragile Lage am
Arbeitsmarkt eine anhaltend expansive Geldpolitik signalisiert. "Einige
Marktteilnehmer scheinen die Äußerungen sogar als Hinweis auf eine zusätzliche
Lockerung verstanden zu haben", begründete Devisenexperte Ralf Umlauf von der
Helaba den anschließend schwachen Dollar.
Händler verwiesen zudem auf den bröckelnden deutschen Widerstand gegen einen
höheren Schutzwall für die Euro-Zone. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte
sich dafür ausgesprochen, die Euro-Rettungshilfen auszuweiten - auf zeitweise
bis zu 700 Milliarden Euro. Der im Juli startende dauerhafte Rettungsschirm ESM
und sein Vorgänger EFSF würden demnach bis Mitte 2013 parallel so aufgespannt,
dass die finanzielle Schlagkraft nicht gemindert wird.