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Bestsellerlisten
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Sachbuch-Charts
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Belletristik-Charts
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Neuerscheinungen
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Fromme Gelehrte und lasterhafte Verschwender: «Die Päpste» =
München (dpa) - Der neue Papst Franziskus reiht sich ein in eine lange Reihe Heiliger Väter, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Von Gregor dem Großen, dem «Gründervater des Mittelalters», über den skrupellosen Borgia-Papst Alexander VI. bis zum charismatischen Menschenfischer Johannes Paul II. und dem asketischen Denker Benedikt XVI. reicht die zweitausendjährige Geschichte des Papsttums.  |
Zerstörte Modeindustrie: «Zerrissene Fäden» =
Göttingen (dpa) - In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde das Berliner Warenhaus Nathan Israel in Schutt und Asche gelegt. Es war eines der ältesten Warenhäuser der Stadt. Vom preiswerten Konfektions- bis zum eleganten Modellkleid fand man hier einfach alles. Wie diese Berliner Institution zerstörten die Nationalsozialisten in kurzer Zeit die gesamte jüdisch dominierte Modeindustrie in Deutschland und Österreich.  |
Ernst Jüngers Sammlung «Letzte Worte» =
Stuttgart (dpa) - Manche «Letzte Worte» sind weltberühmt, etwa Goethes «Mehr Licht!» oder der entsetzte Ausspruch des gemeuchelten Caesar «Auch du, mein Sohn Brutus?». Ob sie auch wahr sind, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest aber werden sie den berühmten Personen als passender Abgang von dieser Welt zugeschrieben. In diesem Sinne faszinierten sie den Schriftsteller Ernst Jünger, der sie fleißig auf Karteikarten sammelte.  |
Biografien versteckter Kinder: «Uns kriegt ihr nicht»
München (dpa) - Nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit hätten sie alle gar nicht überleben dürfen: Der kleine Junge im Kellerverlies, der ausgerechnet von der Frau des Blockwarts gerettet wurde, der junge Mann, der aus dem Transport nach Auschwitz entwich, oder der Widerständler, der sich aktiv gegen das Regime stellte. Und doch gehörten sie zu den wenigen jüdischen Kindern und Jugendlichen, die während des Naziterrors in Deutschland untertauchten und überlebten. 15 solcher herausragender Biografien haben Tina Hüttl und Alexander Meschnig in ihrem Buch «Uns kriegt ihr nicht» zusammengestellt. Es sind beeindruckende Lebensbilder von Männern und Frauen, die besonders unerschrocken und einfallsreich waren, die jedoch auch im richtigen Moment die nötige Portion Glück hatten und auf mutige Menschen trafen, die ihnen halfen und Unterschlupf gewährten. Dieser Biographienband, in dem die Betroffenen selbst erzählen, ist umso wertvoller, als es nicht mehr allzu viele Stimmen gibt, die noch Zeugnis ablegen könnten.  |
Rezensionen
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Beuys-Biograf: «Beuys war bis ins Mark völkisch»
Düsseldorf (dpa) - Eine neue Biografie über Joseph Beuys (1921 - 1986) wirbelt Staub auf. Autor Hans-Peter Riegel hat mit fast kriminalistischer Recherche an Originalschauplätzen und in Archiven viele Erzählungen aus Beuys' Leben als Legende entlarvt. Vom Schulabschluss über ein angebliches Naturwissenschafts-Studium bis zu seinem vermeintlichen Schädelbasisbruch nach der Bruchlandung im Krieg unterzog Riegel die überlieferten Details aus Beuys' Leben einem Faktencheck. Sein Fazit: «Beuys wurde durch Zuschreibungen und Mythologisierungen auf ein Podest gehievt.»
Was kritisieren Sie an der bisherigen Literatur über Beuys?
Riegel: «In den Wagenladungen von Literatur über Beuys sind durch unzählige, allzu gutgläubige Autoren Zuschreibungen und Mythologisierungen erfolgt. Diese Dinge haben Beuys auf das Podest gehievt, das hat ihn überhöht. Und das ist einer der ganz zentralen Problempunkte in Zusammenhang mit Beuys. Denn Beuys hat natürlich mit Wohlgefallen angenommen, was über ihn verbreitet wurde. Wenn er beispielsweise zum "deutschen Vergangenheitsbewältiger Nummer eins" hochgeschrieben wurde», obgleich die Realität seiner Haltungen eine andere war.»
Wie haben Sie recherchiert?
Riegel: «Ich habe rund zwei Jahre ausschließlich recherchiert, habe viele Archive besucht und bin kreuz und quer durch die Republik und durch Europa gereist. Ich bin auch an die Orte seiner Kindheit gefahren. So habe ich mir in Krefeld die Straße angeschaut, auf der Beuys zur Welt kam oder bin seinen Schulweg in Kleve nachgegangen. Ich bin den Spuren gefolgt und hatte immer den Abgleich.»
Und was ist dabei herausgekommen?
Riegel: «Wenn man alles, was über Beuys geschrieben wurde, nebeneinanderlegt und dazu seine eigenen Aussagen nimmt, dann die Fakten anschaut, bemerkt man sehr schnell offensichtliche Widersprüche und Ungereimtheiten. Durch einfachste Rückfragen und Datenvergleiche hätte man schon viel früher feststellen können: Da stimmt etwas nicht.»
Nennen Sie ein Beispiel.
Riegel: «Beuys hat unentwegt behauptet, er hätte Naturwissenschaften studiert. In der Realität hat er nicht an einem einzigen Tag eine Universität zu einem Studium von innen gesehen. Er hatte nicht einmal einen regulären Schulabschluss. Man hätte nur fragen müssen "wo haben sie eigentlich studiert?". Ein anderes Beispiel. Ich war im Militärarchiv in Freiburg. In einem Kartensaal mit Hunderten Landkarten aus dem Krieg, sogenannten Lage-Karten. Dort habe ich mir mit der Archivarin Karten von der Krim angeschaut, weil ich wissen wollte, wo der Ort der berühmten Bruchlandung von Beuys war. Da haben wir festgestellt: Den bisher beschriebenen Ort "Freifeld" gab es gar nicht. Wie es dort bereits seit den 30er Jahren auch keine nomadisierenden Tataren mehr gab.»
Viele Legenden um Beuys, etwa dass er von Tataren gesund gepflegt worden sei, sind ja schon lange als solche entlarvt.
Riegel: «Aber die ganze Geschichte drum herum ist nicht bekannt, dass Beuys höchstwahrscheinlich die Bruchlandung, die zum Tode seines Piloten führte, durch falsches Navigieren verursacht hat und das er praktisch unverletzt blieb.»
Können Sie das alles belegen?
Riegel: «Selbstverständlich belege ich derartiges schon aus juristischen Gründen mit Dokumenten. Das Buch ist bis ins kleinste Detail durchrecherchiert. Es hat mehr als 1300 Fußnoten. Einer der wichtigsten Aspekte in dieser Arbeit war, jede Polemik zu vermeiden. Es war mir daher ein Anliegen faktisch, also auf Grundlage von verifizierten Informationen zu arbeiten.»
Großen Raum nimmt in Ihrem Buch die Nähe von Beuys zu Rudolf Steiner und angeblich zu völkischem Gedankengut ein.
Riegel: «Die Leitlinie meines Buchs ist die Erkenntnis, dass Beuys geradezu obsessiv von der Idee besessen war, von Rudolf Steiner in gewissem Sinn persönlich beauftragt zu sein, das anthroposophische Gesellschaftsbild durchzusetzen. Sein gesamtes Wirken, sowohl das künstlerische als auch das politisch-gesellschaftliche war daraufhin ausgerichtet. Steiner wiederum war besessen von der Idee der Sonderrolle der Deutschen und des Germanischen in der Welt. Beuys hat sich absolut schlüssig daran gehalten.»
Wollen Sie Beuys damit auch indirekt in die Nähe des Nationalsozialismus bringen?
Riegel: «Beuys war kein Nationalsozialist. Beuys war sicher auch kein Antisemit. Er war auch nicht rassistisch. Aber er war bis ins Mark völkisch. Nicht zuletzt deshalb umgab sich Beuys mit ehemaligen Nazis, die sich nach dem Krieg eine völkische Camouflage verpasst hatten.»
Wie erklären Sie sich, dass sich bisher niemand die Mühe gemacht hat, die Dinge abzugleichen?
Riegel: «Kollektive Verblendung. Mir fällt keine bessere Erklärung ein.»
Haben Sie auch die Witwe Eva Beuys gesprochen?
Riegel: «Ich habe nachweislich gleich zu Beginn der Recherche versucht, mit ihr zu sprechen. Aber mir wurde abgesagt.»
Befürchten Sie juristische Schritte gegen Ihr Buch?
Riegel: «Nein.»
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Jérôme Ferraris gelungener Roman über das Scheitern
Berlin (dpa) - Sinnlich und philosophisch gibt Jérôme Ferrari auf knapp 200 Seiten Einblicke in die Geschichte einer korsischen Familie. Typisch französisch könnte man meinen, doch die Konflikte der Figuren in «Predigt auf den Untergang Roms» sind universell.  |
Endzeitstimmung in Chile: «Der letzte Tango des Salvador Allende»
Berlin (dpa) - Am 11. September 1973 wurde der chilenische Präsident Salvador Allende durch einen blutigen Militärputsch gestürzt. In aussichtsloser Situation beging er im belagerten Präsidentenpalast Selbstmord. Es folgte eine bleierne Zeit der Diktatur, in der tausende Sozialisten und Kommunisten ermordet oder ins Exil getrieben wurden.  |
Spannende Suche nach einem Serienkiller: «Der stille Sammler»
Berlin (dpa) Mit dem harten Thriller «Der stille Sammler» hat Becky Masterman einen packenden Debütroman geschrieben, in dem nur Weniges so ist, wie es anfangs erscheint.  |
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